Nachdem ich mich etwas von der Wanderung erholt habe, organisierte ich die nächsten Tage. Im Reisebüro des Hotel Miramar wurde mir ein Angebot einer Tauchsafari gemacht. Dies beinhaltete je zwei Übernachtungen in Taganga und der Tauchorganisationseigenen “Cabana” mit sechs Tauchgänge an den drei dazwischenlegenden Tagen und Verpflegung für ca. 270 Franken. Gebucht.
Am Morgen besuchte ich noch das sehr kleine Goldmuseum in Santa Marta. Die Bilder der verlorenen Stadt kamen mir relative bekannt vor, das Modell am Eingang mit dem Hügelzug der Ciudad perdida und den rekonstruierten Hütten zeigten deren Ausdehnung sehr schön auf.
Später fuhr ich dann mit dem Minibus nach Taganga und nach dem Klären der Details und der Bezahlung deponierte ich meine Sachen in der Unterkunft in Taganga, würde ich hier die erste und die letzte Nacht verbringen. Da ich am Vortag irgend einen Käfer aufgelesen hatte und extrem schlaff war (jemand auf der Wanderung hatte so was), ging ich früh schlafen. Lockere zwölf Stunden später wachte ich auf und fühlte mich wieder fit. Ich packte den kleinen Rucksack für die nächsten zwei Tage in der Hütte und nach dem Frühstück startete ich im Tauchladen mit dem Vorbereitungen für die Tauchgänge. Zuerst die Kleidung zusammensuchen (lassen), den Sitz der Brille prüfen usw. Das Schleppen und Einladen der Flaschen wird den Helfern überlassen, man muss nur noch ins Boot steigen. Wir fuhren zum ersten Tauchplatz und verbrachten etwa fünfzig Minuten unter Wasser. Wir sahen Feuerfische, Langusten und viele andere Fische, deren Namen ich nicht kenne. Dasselbe wiederholte sch an den beiden darauffolgenden Tagen an veränderten Tauchorten, es gesellten sich noch ein paar Schlangen, Moränen und Kugelfische hinzu.
Da sich meine Tauchpartner nicht so richtig miteinander abgesprochen hatten, fügten sie einen siebten Tauchgang hinzu. Mein letzter Nachttauchgang war schon eine Weile her, aber auch dieser lief bestens ab. Neben den schlafenden Fischen kamen die Seeigel aus ihren Nischen heraus und “sassen” mitten auf den Steinen. Ebenso krochen die Langusten hervor und wir sahen mehrere Krebse sowie ein ganz spezielles Urtier, was ich noch nie gesehen habe.
Nach der Rückkehr verbrachte ich den Abend mit einem letzten Flanieren und nach der Rückkehr in die Unterkunft konnte ich nach drei Tagen endlich wieder mal (mit Süsswasser) duschen. Tags darauf verliess ich die Unterkunft und wartet auf den Bus, der mich direkt von Taganga nach Cartagena bringen würde. Schon fast überpünktlich traf der dann auch ein und nach rund fünf Stunden fahrt erreichten wir sicher Cartagena. Ich packte den LP hervor und nach geraumer Zeit mit in die Stadt hereinfahren, erkannte ich auch, wo wir gerade waren. Als der Bus dann den nächsten Punkt zum Stadtteil Getsemani wieder verliess, stieg ich aus, lief die Strasse entlang und wählte eher zufällig eines der vielen Hostels.
Montag, 19. Dezember 2011
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Ciudad perdida (Die verlorene Stadt)
Am Freitagmorgen ging es los. Ich wurde mit einem selbstgebastelten Taxi abgeholt, in dem schon vier weitere Suchende sassen, ein Pärchen aus Bogota und eines aus Schweden, das schon sein sieben Monaten unterwegs ist. Es gesellte sich noch Johann aus Deutschland hinzu. Auf dem Weg holten wir noch eine weitere Person ab: Barbara aus der Nähe von Lyss.
Nach einer ruckeligen (wegen dem Auto) Stunde Fahrt wechselten wir das Fahrzeug, jetzt ging es noch weitere ruckelige (wegen der “Strasse”) eineinhalb Stunden ins Hinterland.
Nach der (späten) Ankunft assen wir zu Mittag, während die Gruppe, die soeben den Treck beendete, sich einigermassen frisch und auf den Weg nach Santa Marta machten. In fünf Tage würden wir auch so daherkommen. Nach dem Essen stiessen vier weitere Personen hinzu: Katrin und Rosalyn sowie Eduard (70 Jahre!!) mit seiner etwas jüngeren Frau. So ging es dann, geführt von zwei Guides, los. Zuerst noch ein bisschen durch Dorf und eben, jedoch die erste Flussdurchquerung liess nicht lange auf sich warten. So zogen wir dann die Schuhe aus und krempelten die Hosen hoch. Natürlich war der Fluss (Plessur Style) an gewissen Stellen tiefer, also waren die Hosen schon mal nass. Da schon fünf Minuten später derselbe Fluss nochmals durchquert werden musste, legte ich die Strecke gleich in den Havaianas zurück. Das zweite Mal klappte es etwas besser, und nachdem die Schuhe wieder angezogen waren, gingen wir die erste Steigung an. Dies dauerte dann etwa drei Stunden an... Keuch, Keuch. Während des Anstieges machten wir zwei Pausen und erhielten Früchte serviert. Dies sollte sich in den nächsten Tagen immer wieder wiederholen, und ich dachte schon beim ersten Mal, das fügt dem Ganzen eine positive Note hinzu. Auf dem Sattel angekommen, begann sich die späte Abfahrt und das noch spätere Mittagessen zu rächen. Es begann langsam einzudunkeln, und da in dieser Gegen täglich Regen fällt, waren der Himmel schon ziemlich mit Wolken behangen, was die Dämmerung schon auf 17 Uhr legte. Der Abstieg verzögerte sich aufgrund des rutschigen Terrains und der reduzierten Geschwindigkeit durch Ed weiter. In unsere deutschsprachigen Gruppe begann sich der Running Gag “Wenn es denn regnen würde,...” zu etablieren, welcher uns begleiten sollte.
Und: Wenn’s dunkel ist, wird’s nicht noch dunkler, nur später. Das erste Camp lag an einem kleinen Fluss und kaum waren wir angekommen, begann es auch schon zu regnen. Das Essen wurde von Eseln schon lange vorher hingetragen, sodass wir nach einer kurzen Dusche schon zum ersehnten Nachtessen fortschreiten konnten.
Dieses Camp hatte als einziges Hängematten und nachdem ich den Hängemattenunerfahrenen deren optimale Benutzung erklärte, waren die gedachten Rückenschmerzen nicht mehr so akut. Da ich wusste, dass in “benutzen” und leicht bis übel muffigen” Hängematten sowie Betten geschlafen würde, nahm ich meine mit und legte sie in die vorhangende Hängematte, resp. auf das Bett als zweite Schicht.
Am zweiten Tag begann der Anstieg gleich hinter dem Camp. Diesmal nur zwei Stunden bis zum Sattel, dann eine Stunde runter und noch eine Plusminus flach. Mir kam dieses zweite Gefälle recht lang vor und dieses zweite Gefälle sollte dann am letzten Tag mein Willensanstieg sein. Für das zweite Camp mussten wir wiederum einen Fluss durchqueren, diesmal einen etwas tieferen. Wir tauchten bis Mitte Oberschenkel ein und ich war schon überrascht, wie stark die Kraft war. Diesmal zog ich die Hose ebenfalls aus. Wie am ersten Tag erreichten wir das Camp kurz vor dem Regen; diesmal jedoch einiges früher, sodass wir uns ausruhen konnten. Aus den durchgeschwitzten Kleidern heraus, in etwas Trockenes geschlüpft und alles war schon viel angenehmer. Der dritte Tage bestand aus hoch und runter, hoch und runter, mitten durch Dschungel, Bananenplantagen und ein paar wenige Behausungen der lokalen Indios, genannt Kogi. Wir hatten zwei grössere Flussdurchquerung zu absolvieren, einmal Indiana-Jones-Style mittels “Kabine” und ein zweites Mal zu Fuss (mit ausgezogener Hose) am Seil.
So erreichten wir das Basecamp, wiederum kurz bevor es zu regnen begann. Wir übernachteten ebenfalls in Betten und erhielten wiederum ausgiebige und gute Verpflegung.
Am vierten Tag liefen wir zur letzten Flussüberquerung (auf dem HINweg), anschliessend ging es 1200 nasse und zum Teil mit Moos bewachsene Steinstufen (eher Stiegen) hinauf zur verlorenen Stadt.
Wir verbrachten rund zwei Stunden auf den vielen Terrassen, erhielten Informationen über den Ort an sich, dessen Benutzung und die Indios bis wir uns wieder auf den Abstieg und somit den Rückweg machten. Die Ciudad perdida war ja nur die Hälfte der Strecke...
Im Basecamp assen wir noch (wiederum spät) zu Mittag und machten uns erst gegen 14 Uhr auf den Weg, da wir noch bis zum zweiten Camp zurücklaufen mussten. So gerieten wir dann auch in den sintflutartigen Regen, welcher die Wege zu Bächen umfunktionierte. Ein Vorteil hatte dies, die rutschige Schlammschicht wurde weggewaschen und das Laufen auf den sauberen Steinen war somit mit besserem Halt versehen. Wir, d.h. die meisten erreichten die Seilbahn kurz vor dem Eindunkeln und wir setzten über. Der Fluss darunter war inzwischen stark angeschwollen. Dann folgte die wohl gefährlichste Stelle der gesamten Strecke mit wirklich schmalen Pfaden, welche eher an den steilen Hang geklebt schienen. Der eine Teil der Gruppe war schon fast zwei Stunden im Camp, als Ed, seine Frau und die beiden sie begleitenden Guides in der Dunkelheit ankamen. Wie an den Tagen zuvor baute ich meine Wäscheleine auf und hängte die nassen Kleider zum “Trocknen” auf. Sie waren jeweils tags darauf nicht wirklich trocken und es war ein bisschen unangenehm, die nasskalten Kleider anzuziehen. Zumindest waren bis zu dem Zeitpunkt die Schuhe einigermassen trocken geblieben.
Am letzten Tag mussten zwei Tagesetappen zurückgelegt werden. Da es im Durchschnitt eher runter ging, waren es “nur” etwa sieben Stunden. Kurz: Es war lang und sicherlich der härteste Tag, besonders der erwähnte Anstieg und der abschliessende Abstieg ging mächtig in die Knie. Auf diesem letzten Sattel begann es dann tüchtig zu regnen, liess dann jedoch kurz vor dem Erreichen des Dorfes nach. Nach einem Mittagessen um 15 Uhr begann es wiederum stark zu regnen und der Fahrer machte Druck loszufahren, da die Strasse bei zuviel Regen nicht mehr passierbar wäre. Also kam ich um meine Dusche, auf drei Stunden kam es jedoch auch nicht mehr darauf an. So erreichten wir gegen sieben Uhr Santa Marta und nach dem Einchecken reinigte ich zuerst meine Schuhe, hängte den Poncho und den Rucksack im Dormitory zum Trocknen auf und dann gönnte ich mir eine Dusche sowie einer längst fälligen Rasur. Ich zog den letzten Satz Kleider an (den ich im Hostel gelassen habe) und machte mit dem feuchten Zeug einfach einen Haufen, der tags darauf inklusive Hängematte gewaschen würde. Ziemlich müde legte ich mich dann schlafen.
Nach einer ruckeligen (wegen dem Auto) Stunde Fahrt wechselten wir das Fahrzeug, jetzt ging es noch weitere ruckelige (wegen der “Strasse”) eineinhalb Stunden ins Hinterland.
Nach der (späten) Ankunft assen wir zu Mittag, während die Gruppe, die soeben den Treck beendete, sich einigermassen frisch und auf den Weg nach Santa Marta machten. In fünf Tage würden wir auch so daherkommen. Nach dem Essen stiessen vier weitere Personen hinzu: Katrin und Rosalyn sowie Eduard (70 Jahre!!) mit seiner etwas jüngeren Frau. So ging es dann, geführt von zwei Guides, los. Zuerst noch ein bisschen durch Dorf und eben, jedoch die erste Flussdurchquerung liess nicht lange auf sich warten. So zogen wir dann die Schuhe aus und krempelten die Hosen hoch. Natürlich war der Fluss (Plessur Style) an gewissen Stellen tiefer, also waren die Hosen schon mal nass. Da schon fünf Minuten später derselbe Fluss nochmals durchquert werden musste, legte ich die Strecke gleich in den Havaianas zurück. Das zweite Mal klappte es etwas besser, und nachdem die Schuhe wieder angezogen waren, gingen wir die erste Steigung an. Dies dauerte dann etwa drei Stunden an... Keuch, Keuch. Während des Anstieges machten wir zwei Pausen und erhielten Früchte serviert. Dies sollte sich in den nächsten Tagen immer wieder wiederholen, und ich dachte schon beim ersten Mal, das fügt dem Ganzen eine positive Note hinzu. Auf dem Sattel angekommen, begann sich die späte Abfahrt und das noch spätere Mittagessen zu rächen. Es begann langsam einzudunkeln, und da in dieser Gegen täglich Regen fällt, waren der Himmel schon ziemlich mit Wolken behangen, was die Dämmerung schon auf 17 Uhr legte. Der Abstieg verzögerte sich aufgrund des rutschigen Terrains und der reduzierten Geschwindigkeit durch Ed weiter. In unsere deutschsprachigen Gruppe begann sich der Running Gag “Wenn es denn regnen würde,...” zu etablieren, welcher uns begleiten sollte.
Und: Wenn’s dunkel ist, wird’s nicht noch dunkler, nur später. Das erste Camp lag an einem kleinen Fluss und kaum waren wir angekommen, begann es auch schon zu regnen. Das Essen wurde von Eseln schon lange vorher hingetragen, sodass wir nach einer kurzen Dusche schon zum ersehnten Nachtessen fortschreiten konnten.
Dieses Camp hatte als einziges Hängematten und nachdem ich den Hängemattenunerfahrenen deren optimale Benutzung erklärte, waren die gedachten Rückenschmerzen nicht mehr so akut. Da ich wusste, dass in “benutzen” und leicht bis übel muffigen” Hängematten sowie Betten geschlafen würde, nahm ich meine mit und legte sie in die vorhangende Hängematte, resp. auf das Bett als zweite Schicht.
Am zweiten Tag begann der Anstieg gleich hinter dem Camp. Diesmal nur zwei Stunden bis zum Sattel, dann eine Stunde runter und noch eine Plusminus flach. Mir kam dieses zweite Gefälle recht lang vor und dieses zweite Gefälle sollte dann am letzten Tag mein Willensanstieg sein. Für das zweite Camp mussten wir wiederum einen Fluss durchqueren, diesmal einen etwas tieferen. Wir tauchten bis Mitte Oberschenkel ein und ich war schon überrascht, wie stark die Kraft war. Diesmal zog ich die Hose ebenfalls aus. Wie am ersten Tag erreichten wir das Camp kurz vor dem Regen; diesmal jedoch einiges früher, sodass wir uns ausruhen konnten. Aus den durchgeschwitzten Kleidern heraus, in etwas Trockenes geschlüpft und alles war schon viel angenehmer. Der dritte Tage bestand aus hoch und runter, hoch und runter, mitten durch Dschungel, Bananenplantagen und ein paar wenige Behausungen der lokalen Indios, genannt Kogi. Wir hatten zwei grössere Flussdurchquerung zu absolvieren, einmal Indiana-Jones-Style mittels “Kabine” und ein zweites Mal zu Fuss (mit ausgezogener Hose) am Seil.
So erreichten wir das Basecamp, wiederum kurz bevor es zu regnen begann. Wir übernachteten ebenfalls in Betten und erhielten wiederum ausgiebige und gute Verpflegung.
Am vierten Tag liefen wir zur letzten Flussüberquerung (auf dem HINweg), anschliessend ging es 1200 nasse und zum Teil mit Moos bewachsene Steinstufen (eher Stiegen) hinauf zur verlorenen Stadt.
Wir verbrachten rund zwei Stunden auf den vielen Terrassen, erhielten Informationen über den Ort an sich, dessen Benutzung und die Indios bis wir uns wieder auf den Abstieg und somit den Rückweg machten. Die Ciudad perdida war ja nur die Hälfte der Strecke...
Im Basecamp assen wir noch (wiederum spät) zu Mittag und machten uns erst gegen 14 Uhr auf den Weg, da wir noch bis zum zweiten Camp zurücklaufen mussten. So gerieten wir dann auch in den sintflutartigen Regen, welcher die Wege zu Bächen umfunktionierte. Ein Vorteil hatte dies, die rutschige Schlammschicht wurde weggewaschen und das Laufen auf den sauberen Steinen war somit mit besserem Halt versehen. Wir, d.h. die meisten erreichten die Seilbahn kurz vor dem Eindunkeln und wir setzten über. Der Fluss darunter war inzwischen stark angeschwollen. Dann folgte die wohl gefährlichste Stelle der gesamten Strecke mit wirklich schmalen Pfaden, welche eher an den steilen Hang geklebt schienen. Der eine Teil der Gruppe war schon fast zwei Stunden im Camp, als Ed, seine Frau und die beiden sie begleitenden Guides in der Dunkelheit ankamen. Wie an den Tagen zuvor baute ich meine Wäscheleine auf und hängte die nassen Kleider zum “Trocknen” auf. Sie waren jeweils tags darauf nicht wirklich trocken und es war ein bisschen unangenehm, die nasskalten Kleider anzuziehen. Zumindest waren bis zu dem Zeitpunkt die Schuhe einigermassen trocken geblieben.
Am letzten Tag mussten zwei Tagesetappen zurückgelegt werden. Da es im Durchschnitt eher runter ging, waren es “nur” etwa sieben Stunden. Kurz: Es war lang und sicherlich der härteste Tag, besonders der erwähnte Anstieg und der abschliessende Abstieg ging mächtig in die Knie. Auf diesem letzten Sattel begann es dann tüchtig zu regnen, liess dann jedoch kurz vor dem Erreichen des Dorfes nach. Nach einem Mittagessen um 15 Uhr begann es wiederum stark zu regnen und der Fahrer machte Druck loszufahren, da die Strasse bei zuviel Regen nicht mehr passierbar wäre. Also kam ich um meine Dusche, auf drei Stunden kam es jedoch auch nicht mehr darauf an. So erreichten wir gegen sieben Uhr Santa Marta und nach dem Einchecken reinigte ich zuerst meine Schuhe, hängte den Poncho und den Rucksack im Dormitory zum Trocknen auf und dann gönnte ich mir eine Dusche sowie einer längst fälligen Rasur. Ich zog den letzten Satz Kleider an (den ich im Hostel gelassen habe) und machte mit dem feuchten Zeug einfach einen Haufen, der tags darauf inklusive Hängematte gewaschen würde. Ziemlich müde legte ich mich dann schlafen.
Donnerstag, 8. Dezember 2011
Santa Marta
Hier gefällt’s mir. Man merkt den Fortschritt, den Kolumbien in den letzten Jahren erfahren hat. Zum Beispiel sind die meisten Taxis relativ neue Fahrzeuge und kaum mit Beulen versehen. Da diese -neben den ebenfalls relativ neuen Bussen- den ganzen Tag unterwegs sticht das Gelb stark hervor. Ich schätze mal die Hälfte der PW sind Taxis und sind günstig. Hier nimmt man gerne das Taxi -im Vergleich zur Schweiz. Auch mit den Bussen ist Spass geboten, der Fahrstil ist zügig, dennoch defensiv: Stoppschilder werden grösstenteils akzeptiert und auch bei Rot wird grundsätzlich angehalten. Die Polizei ist sehr präsent und ich habe schon manch angehaltenes Fahrzeug gesehen.
Gestern Morgen, als ich das Hotel wechselte, habe ich mich bei der ersten lokalen Busfahrt natürlich wie der Gringo aufgeführt, mit dem jedoch sehr kleinen Plan von Santa Marta und den versteckt angeschriebenen Strassen habe ich eine halbwegs plausible Ausrede. Vom Meer aus sind die nord/südlich verlaufenden Strassen mit Calle 1 ff und in Ost/westrichtung mit Carreta 1 ff gezählt. Im Grossen und Ganzen sind die Strassen auch schachbrettartig angeordnet, sodass die Nummerierung passt. Und dann gibt es noch Quer- und andere Strassen, die mit Calle und einer dreistelligen Nummer versehen sind, sodass es sein kann, das bei der Kreuzung Carreta 13 und Calle 24 noch die Calle 310 beginnt.
Somit bin dann im ungefähr am richtigen Ort aus dem Bus gestiegen und musste tatsächlich nur vier Blocks bis zum Hostel meiner Wahl laufen. Als Trivia: Eine Übernachtung hier kostet zwischen 5 (Hängematte) bis 17 Franken (Doppelzimmer mit Airco). Nach dem Einchecken im relativ leeren Hostel fragte ich an der Rezeption bezüglich der Wanderung zur verlorenen Stadt. Kaum hatte ich meine Rücksäcke ins Zimmer gebracht, wurde ich schon von einem Touroperator abgeholt. Nachdem ich die Fünftagestour für Freitag gebucht hatte, musste ich erstmals eine Bank aufsuchen. Auch hier ist der Standard hoch, gleich beim ersten Mal erhielt ich die Auszahlung. Nun konnte ich die Tour bezahlen und ging los um noch ein paar Besorgungen für die Wanderung zu machen. Erstens: mehrere Insektenschutzmittel gegen die Moskitos zum Sprayen und zum Einreiben. Zweitens: Säcke um alles möglichst wasserdicht einzupacken und drittens Rum (der letzte Schluck guyanischen Rums wurde im Orinoko “gebraucht“).
Später am Tage, als ich im gegenüberliegenden Hotel Miramar (hier habe ich die Tour gebucht und gleich den Wifi-Zugriff erhalten) die Fotos hochgeladen und geloggt habe, kam ich mit einem Pärchen ins Gespräch. Er ist Ex-Kolumbianer, lebt seit einem siebten Lebensjahr in der Schweiz bei Estavayer-le-Lac und sie ist eine Heimweh-Kolumbianerin, die hier in Santa Marta ihre Familie hat und bis vor Kurzem in Österreich gearbeitet hat. Kurzum, ich wurde für den Abend eingeladen, um den morgigen Feiertag gebührend vorher zu feiern. Gegen neun Uhr würde das gemütliche Zusammensein bei ihrer Mutter zuhause beginnen und kurz davor wird dann losgefahren. Ich staunte also nicht schleicht, als wir wirklich um zehn vor Neun losfuhren, nix von Verspätung! Ich habe den ganzen Abend nicht soo wahnsinnig viel verstanden, jedoch es war ein sehr lustiger und herzlicher Abend im Kreis ihrer grossen Familie. Besser als diese Nähe geht’s wohl kaum.
Heute Morgen stand ich dann erst gegen zehn auf und da ich mich beim Rum zurückgehalten habe, empfing mich auch kein Kater. Nach einem Stück Kuchen und einem Chai im nahegelegenen Café wollte ich das Goldmuseum besuchen, und da ja heute ein Feiertag ist, war es dann ja wohl geschlossen. Das muss somit bis nächste Woche warten. Also lief ich zur Carreta 5 und bestieg einen Bus nach Taganga, welches rund fünf Kilometer entfernt in eine kleinen Bucht liegt und ein beliebter Badeplatz ist. Ich schlenderte den Strand und die kleinen Gassen entlang und genoss dann irgendwann eine Fischsuppe. Nach noch etwas mehr Schlendern und den Leuten zuschauen, fuhr ich dann gegen Abend wieder zurück nach Santa Marta. Nachdem ich diesen Eintrag raufgeladen habe, muss ich noch die Packung für die nächsten fünf Tage vorbereiten und gehe noch einem der umliegenden, kleinen Restaurants was Essen.
Gestern Morgen, als ich das Hotel wechselte, habe ich mich bei der ersten lokalen Busfahrt natürlich wie der Gringo aufgeführt, mit dem jedoch sehr kleinen Plan von Santa Marta und den versteckt angeschriebenen Strassen habe ich eine halbwegs plausible Ausrede. Vom Meer aus sind die nord/südlich verlaufenden Strassen mit Calle 1 ff und in Ost/westrichtung mit Carreta 1 ff gezählt. Im Grossen und Ganzen sind die Strassen auch schachbrettartig angeordnet, sodass die Nummerierung passt. Und dann gibt es noch Quer- und andere Strassen, die mit Calle und einer dreistelligen Nummer versehen sind, sodass es sein kann, das bei der Kreuzung Carreta 13 und Calle 24 noch die Calle 310 beginnt.
Somit bin dann im ungefähr am richtigen Ort aus dem Bus gestiegen und musste tatsächlich nur vier Blocks bis zum Hostel meiner Wahl laufen. Als Trivia: Eine Übernachtung hier kostet zwischen 5 (Hängematte) bis 17 Franken (Doppelzimmer mit Airco). Nach dem Einchecken im relativ leeren Hostel fragte ich an der Rezeption bezüglich der Wanderung zur verlorenen Stadt. Kaum hatte ich meine Rücksäcke ins Zimmer gebracht, wurde ich schon von einem Touroperator abgeholt. Nachdem ich die Fünftagestour für Freitag gebucht hatte, musste ich erstmals eine Bank aufsuchen. Auch hier ist der Standard hoch, gleich beim ersten Mal erhielt ich die Auszahlung. Nun konnte ich die Tour bezahlen und ging los um noch ein paar Besorgungen für die Wanderung zu machen. Erstens: mehrere Insektenschutzmittel gegen die Moskitos zum Sprayen und zum Einreiben. Zweitens: Säcke um alles möglichst wasserdicht einzupacken und drittens Rum (der letzte Schluck guyanischen Rums wurde im Orinoko “gebraucht“).
Später am Tage, als ich im gegenüberliegenden Hotel Miramar (hier habe ich die Tour gebucht und gleich den Wifi-Zugriff erhalten) die Fotos hochgeladen und geloggt habe, kam ich mit einem Pärchen ins Gespräch. Er ist Ex-Kolumbianer, lebt seit einem siebten Lebensjahr in der Schweiz bei Estavayer-le-Lac und sie ist eine Heimweh-Kolumbianerin, die hier in Santa Marta ihre Familie hat und bis vor Kurzem in Österreich gearbeitet hat. Kurzum, ich wurde für den Abend eingeladen, um den morgigen Feiertag gebührend vorher zu feiern. Gegen neun Uhr würde das gemütliche Zusammensein bei ihrer Mutter zuhause beginnen und kurz davor wird dann losgefahren. Ich staunte also nicht schleicht, als wir wirklich um zehn vor Neun losfuhren, nix von Verspätung! Ich habe den ganzen Abend nicht soo wahnsinnig viel verstanden, jedoch es war ein sehr lustiger und herzlicher Abend im Kreis ihrer grossen Familie. Besser als diese Nähe geht’s wohl kaum.
Heute Morgen stand ich dann erst gegen zehn auf und da ich mich beim Rum zurückgehalten habe, empfing mich auch kein Kater. Nach einem Stück Kuchen und einem Chai im nahegelegenen Café wollte ich das Goldmuseum besuchen, und da ja heute ein Feiertag ist, war es dann ja wohl geschlossen. Das muss somit bis nächste Woche warten. Also lief ich zur Carreta 5 und bestieg einen Bus nach Taganga, welches rund fünf Kilometer entfernt in eine kleinen Bucht liegt und ein beliebter Badeplatz ist. Ich schlenderte den Strand und die kleinen Gassen entlang und genoss dann irgendwann eine Fischsuppe. Nach noch etwas mehr Schlendern und den Leuten zuschauen, fuhr ich dann gegen Abend wieder zurück nach Santa Marta. Nachdem ich diesen Eintrag raufgeladen habe, muss ich noch die Packung für die nächsten fünf Tage vorbereiten und gehe noch einem der umliegenden, kleinen Restaurants was Essen.
Mittwoch, 7. Dezember 2011
Mein Hintern glüht
Dienstag Abend, 21 Uhr: Vor einer Stunde etwa bin ich in Santa Marta, Kolumbien angekommen. Es regnet in Strömen, die Strassen sind durch grössere Bäche abgelöst und das Hotel ist klein, aber fein. Doch der Reihe nach:
Am Samstagabend kam ich vom Ausflug zum Orinoko zurück, am Sonntag machte ich einen Ausflug in die Altstadt von Ciudad Bolivar und dem Markt.
Es weihnachtet sehr...
Nach der Rückkehr in die Posada La Casita packte ich meine Siebensachen zusammen, machte ein aus der Hängematte und den zwei Zurrriemen ein nettes Päckchen und diesmal stopfte ich auch noch die Jacke in den kleinen Rucksack, welcher ebenfalls auf Mann im Bus mitreist. Nachdem ich noch ein Sandwich auf den Weg erhielt und die Abrechnung erfolgte, wurde ich gegen 18:30 zum Busbahnhof gefahren. Der Nachtbus nach Maracaibo sollte um 19:30 Uhr abfahren, um diese Zeit war er noch nicht einmal vorgefahren, resp. hatte schon hier Verspätung. Da es bei den folgenden 17 Stunden im Bus auf eine mehr oder weniger nicht ankommt, ist ja irgendwie auch klar. Nachdem die Abfahrtstaxe bezahlt war und der grosse Rucksack im Gepäckraum verstaut war, nahm ich auch schon Platz und dann kam mir wieder in den Sinn, was ich noch in den Fahrgastraum mitnehmen wollte: Die Stirnlampe. Auch beim letzten Nachtbusritt war nach Abfahrt keine Bordlicht zu haben, wie auch die Leselampe. So ass ich die Sandwiches nach der Abfahrt ohne Licht. Da kein Film gezeigt wurde, die Vorhänge geschlossen waren und ich keinen Fenstersitz hatte - somit keine direkte Möglichkeit zum Vorhangziehen und Rausschauen-, war nach dem bescheidenen Nachtessen wiederum eine frühe Nachtruhe angesagt. Gegen ein Uhr früh machte wurde eine Fahrpause eingelegt (hätte wohl das 22:00 Uhr Nachtessen sein sollen) und ich konnte mir dann doch noch die Zähne putzen. Der Rest der Nacht verlief gewöhnlich unruhig. Kaum wurde es draussen schon hell, war ich auch schon wach. Gegen neun Uhr (anstelle des frühen Frühstücks) folgte die nächste Essenspause an einer Autobahnraststätte. Die venezolanischen “Autobahn” erinnert mich stark an die Marokkanische: Keine Abschrankungen, das Vieh links und rechts auf dem Grünstreifen und Fussgänger, die diese direkteren Wege ebenso nutzen. Anders ist die Geschwindigkeit, hier ist alles ein Zacken schneller unterwegs und die Lastwagen sind durchwegs alte amerikanische Trucks. Nach weiteren vier Stunden Fahrt erreichten wir Barquisimeto und die besetzten Plätze lichteten sich. Weiter ging es überland und durch einen Gebirgszug in eine grosse Ebene, in der das Öl aus dem Boden gepumpt. Sieht aus wie in Texas, wer in den 80ern Dallas gesehen hat, weiss was ich meine. Der Abschluss der Fahrt krönte ein Stau auf der grossen und vor allem langen Brücke vor Maracaibo. Da diese Stadt nicht allzu viel zu bieten hat, machte es mir auch nichts aus, im Dunkeln anzukommen .Nach der Ankunft fuhr ich zum Hotel, welches nicht allzu weit vom Busterminal weg ist und ich tags zuvor herausgeschrieben habe. Da Maracaibo die zweitgrösste Stadt in Venezuela ist, war gemäss Reisetipps eine entsprechende Vorsicht geboten. Da ich Caracas nun ausgelassen habe, kann ich es nicht verglichen, jedoch kam mir dies Stadt nicht unsicherer als Ciudad Bolivar oder so vor. Ich ging auch nach dem Einchecken nochmals raus um zwei Blocks weiter in einem kleinen Laden was zu Essen zu kaufen (selbstverständlich nur mit dem nötigen Kleingeld und den Pass brauchte ich ja auch nicht mitzutragen). Nach langer Zeit wieder mal fern zu schauen und dabei ein paar Kräcker mit Schinken und Käse bei Terminator 3 zu essen, war auch nicht so schlecht.
Für die Reise nach Santa Marte, resp. Cartagena gäbe es einen direkten Bus, das ist zwar bequemer, dafür einiges teurer und nicht so authentisch. Unabhängig davon wie die Reise vonstatten geht, sie beginnt am Busbahnhof. Also fuhr ich früh am Morgen wieder dorthin und genehmigte mir erstmals eine Teigtasche mit Fleisch und einen Kaffee. Ich suchte die Taxis “por puestos” ab, welche als Sammeltaxis in alle Richtungen fahren, sobald sich genug Passagiere eingefunden haben. Da diese Taxis alte amerikanische Karren sind, können fünf statt vier Passagiere befördert werden -ist ökonomischer. Ich fand dann auch die Haltebucht für die Fahrt nach Maicao, es warteten schon drei weitere Passagiere, fehlte also nur noch einer.
Nach eine halben Stunde tauchte dieser dann auf und nach dem Bezahlen des Fahrpreises von 120 Bolivar (vor einem Jahr waren es gemäss LP noch 60 BsF) und der Abfahrtstaxe ging es los. Im morgendlichen Stau in, durch und hinaus liessen wir Maracaibo hinter uns. Die anderen Passagiere waren alles Kolumbianer, nur der Fahrer ein Einheimischer. Dass die Kolumbianer ein anderer Schlag Menschen sind, sollte sich noch zeigen. Positiv gemeint. Wie oft in Südamerika, wenn es um Strassen geht, die in ein Grenzgebiet führen, wird der Zustand etwas schlechter. Abgesehen davon befand sich gleich am Ausgang der Stadt der erste Kontrollposten. Alle zeigt brav die Ausweise und da kein Illegaler an Bord war, der einen Polizisten hätte schmieren müssen, war es mit dem Durchblättern und Stempel suchen schnell abgehakt.
Glücklicherweise hatte der Fahrer eine zusätzliche Klimaanlage eingebaut, mir wurde auf dem Kardantunnel richtig warm um den Hintern. Für die rund 130 Kilometer benötigen wir aufgrund der rund 20 ( ja zwanzig) Kontrollpunkte fast vier Stunden. Einmal mussten wir sogar mit Sack und Pack bei einem mobilen Röntgenapparat antraben. Es fragt sich, wer wohl hier noch was nach Kolumbien schmuggeln will.... vor allem nach Kolumbien!
Beim zweitletzten Posten musste die Ausreisegebühr abgedrückt werden. Am letzen Posten, am Zoll selbst, mussten wir alles zu Fuss erledigen, das Gepäck durfte im Auto bleiben. Dafür füllte eine Dame dann am Zoll den Ausreisezettel aus - für ein kleines Entgelt, selbstverständlich. Hundert Meter weiter mussten wir an kolumbianischen Zoll durch die Immigration und ging unkompliziert vonstatten. Mein Touristenaufenthalt beträgt 60 Tage. Unser Fahrer wartete schon auf kolumbianischen Grund und fuhr uns noch die letzten sieben Kilometer zum Busbahnhof in Maicao. Nachdem wir ausgestiegen waren, wechselte ich meine verbleibenden Bolivar und weitere 40US$ in kolumbianische Pesos. Mit zwei der anderen Fahrgäste genehmigte ich mir ein spätes Mittagessen, anschliessend suchte ich einen Bus nach Santa Marta, welcher auch kurz darauf um 14h losfuhr. Die Fahrt führte durch Rio Hacha, welches in Papillon eine kurze Rolle spielte und teilweise nah an der karibischen Küste vorbeiführte.
Die dunkeln Wolken am Horizont versprechen nichts Gutes und schon bald darauf begann es zu regnen. Dann wurde es intensiver und schon bald schüttete es aus Kübeln. Dass wir nicht vor Einbruch der Nacht in Santa Marta sein würden, war irgendwie klar; so kam es dann auch nicht mehr darauf an, dass wir eine Stunde im Stau standen und vom Busbahnhof kein Taxi aufgrund der überschwemmten Strassen in die Altstadt fahren wollte. Also sagte ich dann dem Taxifahrer, er solle mich halt in ein nahegelegenes Hotel fahren, was dieser dann auch tat. Nach dem Einchecken ging ich in das kleine Restaurant um die Ecke und ass was zu Abend. Willkommen in Santa Marta.
Am Samstagabend kam ich vom Ausflug zum Orinoko zurück, am Sonntag machte ich einen Ausflug in die Altstadt von Ciudad Bolivar und dem Markt.
Es weihnachtet sehr...
Nach der Rückkehr in die Posada La Casita packte ich meine Siebensachen zusammen, machte ein aus der Hängematte und den zwei Zurrriemen ein nettes Päckchen und diesmal stopfte ich auch noch die Jacke in den kleinen Rucksack, welcher ebenfalls auf Mann im Bus mitreist. Nachdem ich noch ein Sandwich auf den Weg erhielt und die Abrechnung erfolgte, wurde ich gegen 18:30 zum Busbahnhof gefahren. Der Nachtbus nach Maracaibo sollte um 19:30 Uhr abfahren, um diese Zeit war er noch nicht einmal vorgefahren, resp. hatte schon hier Verspätung. Da es bei den folgenden 17 Stunden im Bus auf eine mehr oder weniger nicht ankommt, ist ja irgendwie auch klar. Nachdem die Abfahrtstaxe bezahlt war und der grosse Rucksack im Gepäckraum verstaut war, nahm ich auch schon Platz und dann kam mir wieder in den Sinn, was ich noch in den Fahrgastraum mitnehmen wollte: Die Stirnlampe. Auch beim letzten Nachtbusritt war nach Abfahrt keine Bordlicht zu haben, wie auch die Leselampe. So ass ich die Sandwiches nach der Abfahrt ohne Licht. Da kein Film gezeigt wurde, die Vorhänge geschlossen waren und ich keinen Fenstersitz hatte - somit keine direkte Möglichkeit zum Vorhangziehen und Rausschauen-, war nach dem bescheidenen Nachtessen wiederum eine frühe Nachtruhe angesagt. Gegen ein Uhr früh machte wurde eine Fahrpause eingelegt (hätte wohl das 22:00 Uhr Nachtessen sein sollen) und ich konnte mir dann doch noch die Zähne putzen. Der Rest der Nacht verlief gewöhnlich unruhig. Kaum wurde es draussen schon hell, war ich auch schon wach. Gegen neun Uhr (anstelle des frühen Frühstücks) folgte die nächste Essenspause an einer Autobahnraststätte. Die venezolanischen “Autobahn” erinnert mich stark an die Marokkanische: Keine Abschrankungen, das Vieh links und rechts auf dem Grünstreifen und Fussgänger, die diese direkteren Wege ebenso nutzen. Anders ist die Geschwindigkeit, hier ist alles ein Zacken schneller unterwegs und die Lastwagen sind durchwegs alte amerikanische Trucks. Nach weiteren vier Stunden Fahrt erreichten wir Barquisimeto und die besetzten Plätze lichteten sich. Weiter ging es überland und durch einen Gebirgszug in eine grosse Ebene, in der das Öl aus dem Boden gepumpt. Sieht aus wie in Texas, wer in den 80ern Dallas gesehen hat, weiss was ich meine. Der Abschluss der Fahrt krönte ein Stau auf der grossen und vor allem langen Brücke vor Maracaibo. Da diese Stadt nicht allzu viel zu bieten hat, machte es mir auch nichts aus, im Dunkeln anzukommen .Nach der Ankunft fuhr ich zum Hotel, welches nicht allzu weit vom Busterminal weg ist und ich tags zuvor herausgeschrieben habe. Da Maracaibo die zweitgrösste Stadt in Venezuela ist, war gemäss Reisetipps eine entsprechende Vorsicht geboten. Da ich Caracas nun ausgelassen habe, kann ich es nicht verglichen, jedoch kam mir dies Stadt nicht unsicherer als Ciudad Bolivar oder so vor. Ich ging auch nach dem Einchecken nochmals raus um zwei Blocks weiter in einem kleinen Laden was zu Essen zu kaufen (selbstverständlich nur mit dem nötigen Kleingeld und den Pass brauchte ich ja auch nicht mitzutragen). Nach langer Zeit wieder mal fern zu schauen und dabei ein paar Kräcker mit Schinken und Käse bei Terminator 3 zu essen, war auch nicht so schlecht.
Für die Reise nach Santa Marte, resp. Cartagena gäbe es einen direkten Bus, das ist zwar bequemer, dafür einiges teurer und nicht so authentisch. Unabhängig davon wie die Reise vonstatten geht, sie beginnt am Busbahnhof. Also fuhr ich früh am Morgen wieder dorthin und genehmigte mir erstmals eine Teigtasche mit Fleisch und einen Kaffee. Ich suchte die Taxis “por puestos” ab, welche als Sammeltaxis in alle Richtungen fahren, sobald sich genug Passagiere eingefunden haben. Da diese Taxis alte amerikanische Karren sind, können fünf statt vier Passagiere befördert werden -ist ökonomischer. Ich fand dann auch die Haltebucht für die Fahrt nach Maicao, es warteten schon drei weitere Passagiere, fehlte also nur noch einer.
Nach eine halben Stunde tauchte dieser dann auf und nach dem Bezahlen des Fahrpreises von 120 Bolivar (vor einem Jahr waren es gemäss LP noch 60 BsF) und der Abfahrtstaxe ging es los. Im morgendlichen Stau in, durch und hinaus liessen wir Maracaibo hinter uns. Die anderen Passagiere waren alles Kolumbianer, nur der Fahrer ein Einheimischer. Dass die Kolumbianer ein anderer Schlag Menschen sind, sollte sich noch zeigen. Positiv gemeint. Wie oft in Südamerika, wenn es um Strassen geht, die in ein Grenzgebiet führen, wird der Zustand etwas schlechter. Abgesehen davon befand sich gleich am Ausgang der Stadt der erste Kontrollposten. Alle zeigt brav die Ausweise und da kein Illegaler an Bord war, der einen Polizisten hätte schmieren müssen, war es mit dem Durchblättern und Stempel suchen schnell abgehakt.
Glücklicherweise hatte der Fahrer eine zusätzliche Klimaanlage eingebaut, mir wurde auf dem Kardantunnel richtig warm um den Hintern. Für die rund 130 Kilometer benötigen wir aufgrund der rund 20 ( ja zwanzig) Kontrollpunkte fast vier Stunden. Einmal mussten wir sogar mit Sack und Pack bei einem mobilen Röntgenapparat antraben. Es fragt sich, wer wohl hier noch was nach Kolumbien schmuggeln will.... vor allem nach Kolumbien!
Beim zweitletzten Posten musste die Ausreisegebühr abgedrückt werden. Am letzen Posten, am Zoll selbst, mussten wir alles zu Fuss erledigen, das Gepäck durfte im Auto bleiben. Dafür füllte eine Dame dann am Zoll den Ausreisezettel aus - für ein kleines Entgelt, selbstverständlich. Hundert Meter weiter mussten wir an kolumbianischen Zoll durch die Immigration und ging unkompliziert vonstatten. Mein Touristenaufenthalt beträgt 60 Tage. Unser Fahrer wartete schon auf kolumbianischen Grund und fuhr uns noch die letzten sieben Kilometer zum Busbahnhof in Maicao. Nachdem wir ausgestiegen waren, wechselte ich meine verbleibenden Bolivar und weitere 40US$ in kolumbianische Pesos. Mit zwei der anderen Fahrgäste genehmigte ich mir ein spätes Mittagessen, anschliessend suchte ich einen Bus nach Santa Marta, welcher auch kurz darauf um 14h losfuhr. Die Fahrt führte durch Rio Hacha, welches in Papillon eine kurze Rolle spielte und teilweise nah an der karibischen Küste vorbeiführte.
Die dunkeln Wolken am Horizont versprechen nichts Gutes und schon bald darauf begann es zu regnen. Dann wurde es intensiver und schon bald schüttete es aus Kübeln. Dass wir nicht vor Einbruch der Nacht in Santa Marta sein würden, war irgendwie klar; so kam es dann auch nicht mehr darauf an, dass wir eine Stunde im Stau standen und vom Busbahnhof kein Taxi aufgrund der überschwemmten Strassen in die Altstadt fahren wollte. Also sagte ich dann dem Taxifahrer, er solle mich halt in ein nahegelegenes Hotel fahren, was dieser dann auch tat. Nach dem Einchecken ging ich in das kleine Restaurant um die Ecke und ass was zu Abend. Willkommen in Santa Marta.
Sonntag, 4. Dezember 2011
Salto Angel und Orinoko
Die Ausflüge zum Salto Angel reduziere ich -nach meinem letzten ausführlichen Sermon- auf ein paar Bilder.
Salto Angel
Flugzeug von Jimmy Angel (Entdecker)
Wasserfälle bei Canaima
"Roberto"
Fast wie Rafting
Salto Angel
Am nächsten Morgen
Zurück in der Posada La Casita in Ciudad Bolivar
Orinoko
Brettern im Fiat Punto als gäb's kein Morgen...
La chica venozelana
Der Schlafplatz (drin mit Bett und Moskitonetz)
Indianer!!
Der Hauspapagei
Das Haus-Capybara (lässt sich gerne streicheln)
Zwei Spechte im Baum
Me siento un poco pesado...
Salto Angel
Flugzeug von Jimmy Angel (Entdecker)
Wasserfälle bei Canaima
"Roberto"
Fast wie Rafting
Salto Angel
Am nächsten Morgen
Zurück in der Posada La Casita in Ciudad Bolivar
Orinoko
Brettern im Fiat Punto als gäb's kein Morgen...
La chica venozelana
Der Schlafplatz (drin mit Bett und Moskitonetz)
Indianer!!
Der Hauspapagei
Das Haus-Capybara (lässt sich gerne streicheln)
Zwei Spechte im Baum
Me siento un poco pesado...
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